Lautsprecher hat jedes Gerät der Unterhaltungselektronik, jedes Kino und jedes Telefon. Je nach dem Verwendungszweck des Gerätes sind auch die Lautsprecher von unterschiedlicher Größe und vor allem Qualität. Seit der Einführung der Stereophonie werden immer mehrere Lautsprecher für die Tonwiedergabe bei höheren Ansprüchen an die Hörqualität verwendet.
Mancher erinnert sich vielleicht noch an die Quadrophonie, bei der 4 Lautsprecher zum Einsatz kamen. Generell kann man sagen, je mehr Lautsprecher verwendet werden, des do besser ist das Klangbild. In der Natur gibt es unendlich viele „Lautsprecher“, denn die Töne kommen von überall her.
Um die natürlichen Klänge möglichst getreu wiederzugeben, bemühen sich Ingenieure und Akustiker seit langen Jahren. Herausgekommen sind technische Entwicklungen wie Dolby und Mehrkanalton. Dabei geht es im Wesentlichen darum, daß möglichst viele Mikrofone an möglichst vielen Stellen die Töne aufnehmen, über viele einzelne Kanäle die Signale weiter geleitet werden und über viele einzelne Lautsprecher wiedergeben. Aufwand und Nutzen spielen dabei eine entscheidende Rolle. Sowohl die reine Anzahl von Mikrofonen und Lautsprechern als auch die Übermittlung ihrer Signale in Übertragungskanälen läßt sich schon aus Kostengründen nicht beliebig erhöhen. Ab einer bestimmten Grenze bringt eine Erhöhung der Übertragungskanäle auch keine wirkliche Verbesserung mehr.
So hat sich im Laufe der Entwicklung herauskristallisiert, daß 6 Lautsprecher (entsprechend 6 Übertragungskanälen) ein guter Kompromiß zwischen erreichbarer Qualität und Aufwand sind. Man nennt dieses Prinzip 5.1. Technik. Die Wiedergabe erfolgt über 5+1 Lautsprecher. Wobei es nicht 6 gleiche Lautsprecher an einer Stelle sind, sondern je einer links und rechts des Perzipienten, ein Lautsprecher in der Mitte zwischen diesen beiden. Zwei weitere Lautsprecher werden hinter dem Hörer links und rechts plaziert. Macht zusammen 5. Der sechste Lautsprecher ist der Subwoofer. Er ist für die Wiedergabe der tiefen Töne zuständig. Er kann so aufgestellt werden, daß er vom Hörer aus nicht zu sehen ist. Da er nur Frequenzen von 20 bis 120 Hz, also ganz tiefe wiedergibt, ist sein Aufstellungsort unkritisch. Die anderen fünf Lautsprecher müssen in direkter Sicht zum Hörer, in Höhe der Ohren aufgestellt sein. Wobei die beiden vorderen den gleichen Abstand zum mittleren haben sollen.
Diese Aufstellung ist für Heimanwender am sinnvollsten. Die 5.1. Technik wird auch in Kinos und Theatern angewendet. Hier gelten andere Regeln. In großen und professionell beschallten Räumen werden einzelne Lautsprechergruppen mit digital verzögerten Signalen versorgt und so der Raumklangeffekt an den jeweiligen Raum angepaßt. Zu Hause ist dabei zu beachten, daß Größe und Qualität der drei vorderen 5.1.-Lautsprecher gleich sind.
Die beiden hinteren Lautsprecher können von geringerer Qualität und Größe sein, denn sie dienen nur der Übertragung von Differenzsignalen. Die Übertragung der 6 Tonkanäle vom Sender zum Empfänger erfolgt digital matriziert innerhalb der beiden Stereokanäle. Im Empfangsgerät werden aus den beiden Stereosignalen mittels einer digitalen Dematrizierung wieder die 6 Signale dekodiert. Ein Verstärker gibt jedem einzelnen Tonkanal die richtige Verstärkung. Denn die vorderen und hinteren Lautsprecher und der Subwoofer benötigen jeweils andere Verstärkung. Daher muß eine gute Heimbeschallung mit 5.1-Technik auch nach dem Aufstellen auch mit Meßmikrofonen eingemessen werden. Diese sind bei semiprofessionellen Anlagen dabei, zusammen mit den entspr. Anschlüssen.
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